Russland mal wieder

Putin spielt nicht nach den Regeln der Nachkriegszeit und er stellt mit den neusten Aktionen im schwarzen Meer erneut unter Beweis, dass ihn Ermahnungen aus dem Westen und wirtschaftliche Sanktionen nicht beeindrucken. Die europäischen „soft Powers“ haben ihm nicht viel entgegenzusetzen. Das schafft Räume, die er für die Durchsetzung von russischen Interessen voll ausnutzt.

Und russische Interessen wahren zumindest nicht die Selbstbestimmungsrechte der Nachbarländer. Den deren Unabhängigkeit wird von vielen in der russischen Führung als „historischer Fehler“ angesehen. Die Interventionen der letzten 20 Jahre zeigen, dass dies nicht nur leeres Gelaber ist.

Und was macht Europa? Im Moment nicht sonderlich viel. Klar man versucht hier und da noch eine „schnelle Eingreiftruppe“ zusammenzukratzen, doch die große Trendwende in Sachen Verteidigungsfähigkeit bleibt aus. Wenn sich diese Gemütlichkeit sich nicht mal bitter rächt.

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Die Hinterwäldler schlagen zurück

Auch wenn es schon einige Tage her ist, kann ich mir ein paar Worte zur Präsidentschaftswahl in Brasilien nicht verkneifen. Zuerst einmal muss ich zugeben, dass meine politischen Kenntnisse was Brasilien angeht eher oberflächlich sind. Aber hey, wann hat Unwissen im Internet irgendjemanden aufgehalten.

Wenn jemand in den Sambapräsidentenpalast einzieht, der laut mancher Beobachter Trump ausgeglichen erscheinen lässt, ist mein Interesse einfach geweckt. Mit fragewürdigen Humor und einen Fetisch für Militärdiktaturen regiert es sich einfacher leichter.

Wenn man zwanzig Jahre eigentlich nur ausgelacht wurde und bestenfalls als Witzfigur dastand, siegt es sich viel schöner. Dachte sich zumindest auch Trump. Denn gelacht wird jetzt erstmal nicht mehr.

#Googletoo

Google hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Da sind viel zu häufige empfindliche Geldstrafen der europäischen Union und auch in den USA werden die Rufe nach einer möglichen Zerschlagung des Konzerns immer lauter. Schließlich fragen sich viele Leute, ob es eine gute Sache ist, das ein Konzern ein Quasimonopol auf die Informationsbeschaffung hat.

Nach außen gibt man sich progressiv und feministisch, intern scheint es mit diesen Anspruch aber nicht ganz zu klappen. Was auch immer das bedeutet. Laut diversen Medienberichten sind in letzter Zeit 48 Mitarbeiter wegen Anschuldigungen von sexueller Belästigung entlassen worden.

Das Schlüsselwort ist hier Anschuldigung, denn Beweise wurden offenbar nicht erbracht. Zumindest ist davon keine Rede. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie konkret der Tatverdacht den sein muss. Ist ein aus heiteren Himmel kommender Vorwurf ausreichend für die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses?

Einen Schlüssel zur Lösung des Rätsels mag Andy Rubin liefern. Der verließ 2014 den Konzern auch unter dem Eindruck schwerer Vorwürfe. Unter anderem der sexuellen Nötigung. Trotzdem würde ihn eine Abfindung von 90 Millionen Dollar gezahlt und seine Vorgesetzten fanden auch lobende Worte.

Entweder ist das Management bei Google großer Fan von Sexualdelikten oder es stand eher schlecht um die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe.

Trump ist immer noch da

Seit Trump am 20 Januar 2017 als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, schreibt die deutsche Presse wöchentlich das Ende seiner Präsidentschaft herbei. Wie mit vielen journalistischen Prognosen der jüngeren Vergangenheit ist daraus bisher nichts geworden. Trump sammelt echte und herbeigeschriebene Skandal doch gefährlich ist ihm bisher Keiner geworden.

Die ständige Skandalisierung der vielen kleineren Fehltritte des Präsidenten hat die Glaubwürdigkeit der Presse in den Augen aller seiner Anhänger und vieler Unabhängigen vollkommen zerstört. Und ohne diese Glaubwürdigkeit, ist es unmöglich einen Präsidenten massiv unter Druck zu setzen.

Man muss sich hier auch einen anderen Umstand vor Augen führen: Für Trump ist es völlig egal, wie die liberalen Eliten der US-amerikanischen Großstädte ihn sehen. Diese haben ihn nicht gewählt und sie werden ihn nie wählen. Deren Meinungen spielen für seine politischen Erfolgsaussichten keine Rolle.

Um im Jahre 2020 als Präsident wiedergewählt zu werden, muss Trump seine Basis bei Laune halten. Diesen Auftrag erfüllt er bisher gut genug. Auch wenn er dabei natürlich massenhaft unfreiwillige Schützenhilfe bekommt.

Je mehr die Linken Eliten abdrehen, desto weniger Mühe muss sich Trump geben um als das geringere Übel in den Augen der normalen Amerikaner zu erscheinen.

Der Niedergang der katholischen Kirche

Die katholische Kirche hat einen neuen Lieblingsfeind gefunden: die AfD. Abtreibung, Homoehe, Verhütung und andere Ärgernisse sind der katholischen Kirche nicht mehr so wichtig. Schließlich lässt sich heute mit diesen Themen unter den hippen Bürgern des Landes keine Zuneigung mehr erkämpfen. Stattdessen schwimmt man schön mit dem vermeintlichen Zeitgeist.

Doch kurzfristiger Linkspopulismus wird die katholische Kirche zumindest in Deutschland nicht retten. Die Konservativeren verprellt man durch das Abrücken von zentralen Festen des Glaubens, die Liberalen sehen sich sowieso als Atheisten. Mehr als kurzfristiger Applaus ist hier nicht zu holen. Die Kirchen werden sich weiter leeren. Die Menschen suchen sich ihr Seelenheil woanders.

Doch der Abgesang auf die katholische Kirche ist kein trauriges Lied. Als Institution ist sie im besten Falle überholt und im schlechtesten schon seit jeher ein verkommenes Nest für Kriminelle und Psychopathen. Sicher gab es auch immer anständige Kirchenleute, doch ein Blick in die Geschichte des Vatikans fördert so einiges Unheil zutage. Und dies lässt sich nicht alles nur mit „menschlicher Fehlbarkeit“ erklären. In die Welt hinaus predigen war immer gerne gesehen, vor der eigenen Haustür kehrte man aber nicht.

Gerade der Missbrauchsskandal, der seit Jahren tobt, hat dies umissverständlich gezeigt. Trotz aller Beteuerungen zum Gegenteil wurden die Täter systematisch geschützt und die Opfer eingeschüchtert. Die meisten Täter waren sich den Schutz der Kirche sicher und so konnten die meisten von ihnen mit ihren Verbrechen davonkommen. Eine unabhängige Aufarbeitung ist bisher nicht erfolgt und die Chancen stehen schlecht, dass sie je erfolgen wird. Der Vatikan suhlt sich zwar in der eigenen Schuld und bittet bei jeden Bekanntwerden neuer Fälle um Verzeihung, einer unabhängigen Untersuchung verweigert man sich aber konsequent.

In einer aufgeklärten Gesellschaft kann keine Institution auf Dauer bestehen, die Kriminelle beschützt und die Aufarbeitung der eigenen Verbrechen behindert. Das wird auch die katholische Kirche lernen.

 

Der Angriff Maaßen war ein Befehl

Der „Kampf gegen Rechts“ war bisher ein ziemlicher Fehlschlag. Man hatte zwar reichlich Gelegenheit sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und zu zeigen wie moralisch ist, echte Erfolge in der Eindämmung rechter Ideen bleiben aber aus. Die AfD rückte in Umfragen munter weiter vor.

Daran hat auch ein kostenloses Konzert gegen Rechts nicht geändert. Die Lage in Chemnitz ist weiterhin angespannt, es bleibt abzuwarten ob sich die Bevölkerung von alten „Punkern“, linksextremen Gruppen und anderen Popdudelleien beeindrucken lassen. Für den Fall das das Konzert nicht den intellektuellen Endsieg bringt, hat man vorgesorgt.

Seit geraumer Zeit werden Rufe laut, die AfD doch endlich vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Schließlich lassen sich nur so dauerparanoide Überallnaziseher beruhigen. Bisher war ja die Beobachtung durch den Verfassungsschutz jenen Parteien vorbehalten, die nicht mehr genügend eigene Mitglieder haben. Da freut man sich über jeden V-Mann, der fleißig Beiträge zahlt und bei der obligatorischen „Wir sind über irgendwas empört“- Demo mitmarschiert.

So bleibt der Kampf gegen Rechts ein Fehlschlag.

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