Wer solche Freunde hat… Teil I

Man stelle sich vor, es werde eine Kommission einberufen um über „Frauenfragen“ zu debattieren. In jener Kommision sitzt aber überhaupt keine Frau. Man kann sich kaum den Aufschrei vorstellen, der durch die feministische Szene im Westen gehen würde. Diese Kommision gab es wirklich. Nicht im patriachalen Europa, nicht in den sexistischen Vereinigten Staaten, sondern in Saudi-Arabien. Unser Lieblingsverbündeter im Nahen Osten nimmt es mit der Gleichberechtigung scheinbar nicht so ernst. Die Meinungen von Frauen sind schlicht nicht erwünscht.

Im Wüstenland auf der arabischen Halbinsel dürfen Frauen nicht Auto fahren. Angeblich macht sie dies unfruchtbar. Eine interessante These. Sie dürfen nicht ohne Erlaubnis das Haus verlassen und selbstverständlich brauchen sie auch die Zustimmung ihres Mannes bzw. Vaters um das Land zu verlassen. Reisefreiheit scheint etwas für Ungläubige zu sein. Natürlich darf man seine Frauen straflos schlagen. Häusliche Gewalt hat Konjunktur. Diese Zustände als mitterlalterlich zu bezeichnen, ist eine Affront gegen das Mittelalter.

Wo sind also die ganzen westlichen Feministen? Nun, diese sind wohl zu sehr damit beschäftigt sexisitische Werbung oder brutale Mikrogagressionen zu bekämpfen. Schließlich gewinnen nur Prioritäten Kulturkriege. Für die leidenden Frauen in der arabischen Welt bleibt dann keine Zeit. Zumal Kritik an diesen Verhältnissen einen auch schnell in den Ruf bringt, ein Rassist zu sein. Der Albtraum eines jedes „social justice warriors“. Bloß nicht mit den „besorgten Bürgern“ in einer Ecke stehen.

Der druchschnittliche Bürger mag nun sich fragen, wie unsere werten Volksvertreter diesen steinzeitlichen Staat als „strategischen Partner“ und „Verbündeten“ bezeichnen können. Die Antwort ist simpel: Öl und Geld. Zu den fleißigsten Suggardaddies unsere lieben Politker zählen die Saudis. Ob Millionen für die Clinton-Foundation, oder Millionen für Lobbyarbeit. Saudi-Arabien weiß wie es Finanzmittel gegen Einfluss tauscht. Was nicht zu radikalen Gruppierungen fließt, die den Nahen Osten in ein Schlachtfeld verwandeln, wird in die Taschen von Politikern gesteckt.

Somit war Trumps Sieg in der Präsendentschaftswahl ein harter Dämpfer für die Scheichs. Man hatte sehr viel in den sicheren Gewinner Hillary Clinton investiert. Zu allem Überfluss wächst auch im Rest des Westens der Widerstand gegen starken saudischen Einfluss. Es fällt Politikern immer schwerer Saudi-Arabien als glaubhaften Partner im Kampf gegen den radikalen Islam zu verkaufen. Immer mehr Menschen wird klar, Saudi-Arabien ist radikaler Islam. Die Gesellschaftsordnung unterscheidet sich nicht stark vom islamischen Staat. Das Rechtswesen ist nahezu dasselbe. Die PR-Abteilung des Scheichstaates ist zugegebenermaßen besser.

Politiker, die mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten, sollten als das betrachtet werden was sie sind: Verräter. Verräter am eigenen Volk, aber auch Verräter an den Werten des Westens.

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