Ein weiterer Angriff auf den Förderalstaat

Am heutigen Tage kam das lang erwartete Urteil des Bundesverfassungsgericht über die NC-Begrenzung beim Medizinstudium. Wie erwartet hat das Gericht das jetzige Verfahren für teilweise verfassungswidrig erklärt, mit der Begründung, dass die einzelnen Universitäten zu viel Bedeutung der Schulnote beimessen.

Natürlich hat das Bundesverfassungsgericht (wie schon in früheren Urteilen) die grundsätzliche Vergabepraxis für verfassungsgemäß erklärt. Die Schulnote ist und bleibt ein mögliches Kriterium, doch darf es nicht alleine oder nahezu alleine die Auswahl bestimmen.

Viel interessanter ist allerdings die Aussage der Verfassungsrichter zur Vergleichbarkeit der Abiturnoten in Deutschland. Diese ist, laut ihnen, kaum mehr gegeben. Faktisch lege mittelbar durch den NC eine Ungleichbehandlung vor, da eben in manchen Bundesländern die Noten deutlich einfacher zu erreichen seien. Diese Beobachtung ist sicher zutreffend.

Gefährlich ist der Schluss, den manche Beobachter aus der Sache ziehen. Der Unterton: „Der Bewegungsförderalismus muss weg. Höchstrichterlich festgestellt, das Abitur ist länderübergreifend nicht vergleichbar“ Sie fordern auf das Auseinander-driften der Schülerleistungen mit mehr Machtkonzentration in Berlin zu reagieren. Würde dies NRW zu Bayern machen, oder eher Bayern zu NRW? Die Antwort ist offensichtlich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s