In die Softwarehölle I

 

Softwaredesign. Ein Thema mit dem ich in meinen Leben bisher nicht viel Berrührung hatte und das mich auch heute eigentlich nur dann beschäftigt wenn es negative Aufmerksamkeit erregt. Heißt in dem Programm, dass ich gerade nutze besonders schlecht gelöst ist. Schlechtes Softwaredesign treibt mich in diesen Tagen immer wieder zu Weißglut. Wenig ist in der Welt der elektronischen Geräte so frustrierend wie umständliche Menus, langsame Oberflächen und fehlende Einheit in der Bedienung.

Irgendwann kam ein „schlauer“ Mensch auf die Idee, dass die alten Designformen der Softwarewelt einfach nicht mehr zeitgemäß waren. Damit hatte er auch nicht wirklich unrecht. Alte Technologien sollten irgendwann ersetzt werden. Das gilt ebenfalls für Software und damit mittelbar auch für deren Aufbau. Frischer Wind muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein aber er ist eben auch nicht automatisch etwas Gutes.

Denn mit Neuerrungen kommt immer auch eine Menge Chaos. Was vorher in jahre- bis jahrzehntelanger Arbeit, Version für Version aufgeräumt wurde, lag auf einmal wieder chaotisch da. Und der durchschnittliche Nutzer war erst einmal verloren. Windows 8 und 10 lassen grüßen. Warum sollte der Nutzer auch wichtige Einstellungen an einem zentralen Ort finden, wenn man ihn auch gleich zwei (eigentlich sogar mehr) verschiedene Einstellungsmenus hinkotzen kann. Er darf dann Auswürfeln ob er die Einstellungsmöglichkeit, die er gerade sucht dort findet. Microsoft konnte sich bis heute nicht entscheiden ob Windows in Zukunft an mobile Betreibsysteme oder an klassische Betriebssysteme angelehnt sein soll. Und genausso wenig konnte sich Microsoft dazu durchringen, Relikte, die sie als veraltet ansehen, endgültig über Bord zu schmeißen.

Microsoft steht damit nicht alleine. Ob Website, klassisches Windowsprogramm oder App, vielen Entwicklern scheint es wichtiger mit farbenfreude und epilepsieauslösende Animationen um sich zu schmeißen. Einheitlichkeit, der größte Freund des Nutzers, bleibt dabei auf der Strecke. Neue Funktionen werden ohne Rücksicht auf Sinn und Nutzen hineingeschleudert, damit man sich selbst für „Innovationen“ preisen kann.

In gewisser Weise erinnern diese Trends an den „RGB-Fluch“, der die Hardwarehersteller seit einigen Jahren beherrscht. Nur das dieser mehr das Geld der Nutzer als deren Zeit und Nerven verbrannte und verbrennt.

Dieser brachte damals mit sich, dass auf einmal jedes Stück Hardware, vom Monitor zu der Maus vom PC-Gehäuse zu den SATA-Kabeln in herrlich bunten Licht erscheinen musste. Und natürlich auch blinken. Bringt eigentlich nichts aber genügen Konsumenten zahlen den Mehrpreis trotzdem gerne.

Die Suche nach dem Sinn geht weiter.

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