Archiv der Kategorie: Kultur

Das bereicherte Schwabenland

Wer hätte das gedacht. Nach den großen Erfolgen der Willkommenskultur in Köln, Ansbach, Würzburg und Berlin reißt die Erfolgsserie von Merkels Sicherheits- und Einwanderungspolitik nicht ab. Gleich mehrere Volksfeste im Schwabenland wurden dieses Jahr, zum Ärgernis der Besucher, sehr divers. Die Anwendung der neuen Sicherheitskonzepte, die speziell auf die neue Terrorbedrohung zugeschnitten sind, halfen wenig. Es fehlte schlicht an Personal, eine Konsequenz der Sparpolitik.

Eine Gruppe von rund 1000 jungen Männern (die Herkunft kann sich jeder selbst denken) sorgte für ein buntes Gewaltfest. Von schweren Schlägereien über Angriffe auf Polizisten bis sexuelle Übergriffe war alles dabei. Hat aber alles nichts mit nichts zu tun.

Für Merkel könnte es auf den letzten Meter noch ungemütlich werden. Schulz wird zwar nicht sonderlich ernst genommen, doch wenn sich in den letzten Monaten vor der Wahl der Zorn auf Merkel entlädt, könnte ihm die Überraschung gelingen.  Die progressiven Großstädte halten einiges an kultureller Bereicherung aus und werden eher Schulz als Merkel wählen. Wer links eingestellt ist, nimmt es mit der Realität nicht so genau. Auf dem Land sieht die Situation anders aus und gerade hier müsste die CDU/CSU punkten. Wenn hier die Stimmung kippt, könnte die CDU wertvolle Stimmen verlieren. Merkels vierte Amtszeit ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Deutschland den Deutschen

Die AfD hat mal wieder für einen „Skandal“ gesorgt. In einer „geheimen Whatsapp-Gruppe“ hat der Unternehmer und Politiker André Poggenburg unerhörte Aussage getätigt. „Deutschland den Deutschen“, forderte er dort. Doch damit nicht genug. Nachdem dieser schlimmer Fall von deutscher Selbsthassverweigerung öffentlich wurde, entschuldigte sich der Täter noch nicht einmal bei den Journalisten. Stattdessen bekräftigte er, dass er zu seiner Aussage steht.

In Merkel-Deutschland ist so viel Rückgrat ein Schock der bei vielen Menschen Schnappatmung auslösen kann und wohl auch tat. Dennoch lohnt es sich etwas tiefer in die Sache zu blicken. Was sagt der so kontroverse Satz selbst eigentlich aus? Deutschland den Deutschen ist für mich keine kontroverse Aussage, sondern gesunder Menschenverstand. Ein Nationalstaat besteht erst einmal für seine Bürger und niemanden sonst.  Nicht umsonst gibt es im Grundgesetz eine Gruppe von Bürgerrechten, welche nur deutschen Staatsbürger zu gute kommen. Wenn Deutschland nicht den Deutschen ist, warum sind dann auf Bundesebene nur deutsche Staatsangehörige wahlberechtigt?

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass die Parole auch von der rechtsradikalen Randpartei NPD verwendet wurde. Doch mir erschließt sich nicht, warum man dieser politisch unbedeutenden Gruppierung die Deutungshoheit übertragen sollte. Außer man ist Journalist und sucht verzweifelt nach Möglichkeiten die AfD als dämonische Partei darzustellen. Echten gesellschaftlichen Einfluss hat die NPD mit Sicherheit nicht.

Wer Deutschland den Deutschen für Migrantenfeindlich hält, sollte einmal in Ruhe darüber nachdenken, ob er nicht vielleicht selbst im völkischen Denken der 1930er Jahre hängt. Nur mit umgedrehten Vorzeichen.

Führungspersönlichkeiten

Der Regierungschef war in vielen historischen Kulturen und Zivilisationen Staatsmann und Heerführer, im wörtlichen Sinn. Vielleicht sogar in erster Linie. Um 330 vor Christus ritt Alexander der Große an der Spitze seiner Kavallerie in die Schlacht. Er war die Spitze des Hammers, der seine Feinde gegen den Amboss, die Hopliten seiner Armee schmetterte. In Zeiten von Raketen, Maschinengewehren und Scharfschützen ist diese Art der Regierungsarbeit nicht mehr praktikabel und auch damals hatten sie ihre Tücken. Doch auch im Zeitalter des mordernen Krieges hatten Staatsmänner oft einen militärischen Hintergrund.

Nicht selbst dahin zu gehen wo man andere schickt ist ein Vorwurf den Linke historischen Führungspersonen gerne machen. In der Realität trifft dieser seltener als am denkt zu, zumindest bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Churchill war an mehr als einen Konflikt im Felde beteiligt, ehe er zum Schreibtischtäter wurde. Einer der berüchtigsten Führer aller Zeiten, Adolf Hitler, verbrachte die meiste Zeit des ersten Weltkrieges als Kurier an der Front  und zeichnete sich, sofern man seinen damaligen Kameraden Glauben schenken kann, durch Tapferkeit und Zuverlässigkeit aus. In dem Krieg, den er entfesselte, kämpfte späterer Bundeskanzler Helmut Schmidt. Erich Ludendorff übernahm spontan die 14. Infanterie Brigade und führte sie im August 1914 persönlich gegen die belgischen Forts.

Einen Sigmar Gabriel oder Heiko Maas traut man diese Taten nicht zu. Ist dies Folge oder Ursache der Verweiblichung der Politik? Fest steht: Wenn man sich die heutigen Politiker anschaut, ist Krieger, auch im weiteren Sinne, nicht die erste Assoziation. Außer Trump glänzt keine westliche Führungsfigur mit Kampfgeist und unbedingten Willen zum Sieg. In Alexanders Heer, an der Somme oder an Stränden der Normandie kann man sich diese Gestalten nicht vorstellen.

Deutschland und die EU

Innerhalb der europäischen Union ist immer von einer deutschen Dominanz die Rede. In der Realität findet sich diese nicht wieder. Geld zu zahlen ist kein Zeichen von Dominanz. In Kompromissen ständig seine essentiellen Positionen aufgeben zu müssen ist kein Zeichen von Dominanz. Trotzdem ist es einfacher die Bundesrepublik Deutschland als den Sündenbock zu deklarieren, als im eigenen Land Reformen anzustoßen.

Dank Angela Merkels unterwürfiger Politik ist Deutschland zum Zahlmeister der EU und Juniorpartner des wirtschaftlich schwächeren Frankreichs verkommen. Der deutsche Einfluss in der EU spiegelt nur im Ansatz unsere wirtschaftliche Macht wieder. Deutshce Interessen wurden wenn überhaupt nur nachrangig berücksichtigt. Deutsche rote Linien wurden schneller im Sand verwischt als Obama dies in Syrien tat. Auch die Eurobonds werden kommen, daran besteht kaum Zweifel. Schließlich ist die EU „alternativlos“.

Deutsch ist zwar Arbeitssprache der EU, wird in den Institutionen allerdings kaum verwendet, Französisch wiederum ist selbstverständlich präsent. Dieser Umstand ist zum einen auf mangelnder Wertschätzung Frankreichs und des Vereinigten Königreichs gegenüber Deutschland zurückzuführen und zum anderen auf den Umstand, dass deutsche Politiker hier nicht Kante zeigen.

Für mich werden deutsche Interessen immer über europäisches stehen.  Ich bin in erster Linie Deutscher und erst an zweiter Stelle Europäer. Natürlich sind deutsche und europäische Interessen an vielen Stellen deckungsgleich. Doch sie sind es nicht immer. In Deutschland gibt es nur eine Partei, die es wagt, die EU als Allheilmittel für Deutschland in Frage zu stellen und dies ist die Alternative für Deutschland.

 

Gedanken zur Leitkultur

Der Bundesinnenminister hat mit seinen neuen Vorschlag für die deutsche Leitkultur für Wirbel gesorgt. Im Wahljahr kommt endlich etwas Bewegung in die politische Debatte. Es wäre einfach, diese Forderungen als leere Wahlkampfparolen abtun. Sie sind es ziemlich wahrscheinlich auch. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Thematik.

Unter den Gegnern dieser Leitkultur hört man häufig das Argument, dass das Grundgesetz „Leitkultur“ genug ist. Diese Aussage hält der Realität kaum stand. Das Grundgesetz hatte nie den Zweck Aussagen über Kultur im engeren Sinne zu treffen. Es stellt schlicht die rechtliche Basis unseres Zusammenlebens da. Die wichtigsten Normen, wenn man so will. Kultur geht aber weit über was rechtlich normiert ist hinaus.

Im Westen geht der Trend immer weiter zu multiethnischen Staaten. Wo viele Ethnien aufeinander treffen, kollidieren auch unterschiedliche Kulturen. Dies sorgt für Spannungen zwischen den Gruppen. Der erste Lösungsansatz einfach alle Kulturen gleichzusetzen und gleich zu behandeln ist offensichtlich gescheitert. Es ist mit der Grund, warum wir mit Parallelgesellschaften zu kämpfen haben. Manche Kulturen sind uns so fremd, dass wir sie aktiv assimilieren müssen.

Ohne Leitkultur gibt es nicht viel, was diese Staaten zusammenhält. Sie werden immer weiter fragmentieren und schließlich zerbrechen. Deshalb ist in gewisser Weise die Leitkultur „alternativlos“, um das Lieblingswort der deutschen Politik zu verwenden.