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Strategische (Un-)Geduld

Nordkorea hat vor kurzer Zeit eine Wasserstoffbombe getestet. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Atommacht. Ein weiterer Schritt, der den nächsten Korea-Krieg wahrscheinlicher macht.

Nach Jahrzehnten der Diplomatie und Jahren von Obamas „strategischer Geduld“ muss der Westen einsehen, dass friedliche Lösungen nicht immer funktionieren. Donald Trump tut gut daran ernst über eine militärische Intervention nachzudenken. Die Pläne liegen in den Schubladen bereit. Die Kosten eines solchen Eingreifens werden mit der Zeit nur steigen. Ein Kollaps des nordkoreanischen Regimes ist nicht sehr wahrscheinlich.

Auch China scheint sich in Nordkorea verzockt zu haben. Nach Trumps jüngsten Äußerungen brach in Peking Panik aus, der US-Präsident könnte das Problem hier und jetzt lösen. Im schlimmsten Fall würde dies US-Truppen an der chinesischen Grenze bedeuten. Chinas Optionen sind begrenzt, konventionell wird man der USA auf kurze Sicht nichts entgegensetzen können. Der Einsatz von Nuklearwaffen wäre Selbstmord. Für Nordkorea wird man diesen Schritt nicht gehen.

Die größte Gefahr für die Vereinigten Staaten wäre ein „Pearl Harbour“-Szenario. Ein Präventivschlag der Nordkoreaner gegen Südkorea, Japan und die US-Westküste. Ausgeführt mit sowohl konventionellen als auch nuklearen Waffen. Selbst ohne Raketen könnte Nordkorea theoretisch Atomwaffen mit Selbstmord(U-)Booten aufs Festland bringen. Die Folgen wären fatal.

Sicher diese Szenario erscheint im Moment nicht sehr wahrscheinlich, doch wir sollten uns nichts vormachen. Die Geschichte hat bewiesen, dass Diktatoren immer wieder verrückte Sachen versuchen. Trump wird sich, völlig zu Recht, nicht in strategischer Geduld üben. Beim leisesten Anzeichen von Gefahr für die USA wird er handeln.

 

 

 

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Der Westen und Krieg

In westlichen Gesellschaften wird Krieg als das absolut Böse angesehen. Was auch immer die Alternative ist, sie ist besser als Krieg. Wenn man von dieser These ausgeht, ist es nur logisch, dass die Gesellschaft versucht Krieg und Konflikt um jeden Preis zu vermeiden. Doch die Wirklichkeit ist um einiges komplizierter. Mit einer pazifistischen Einstellung stehen die eigenen langfristigen Überlebenschancen nicht sonderlich gut.

Von dieser pazifistischen Einstellung profitieren in erster Linie jene Akteure, die Eskalation nicht scheuen. So konnte sich Putin Teile der Ukraine einverleiben, ohne dass er eine ernsthafte Reaktion des Westen zu erwarten hatte. So können muslimische Milizen im Nahen Osten religiöse Minderheiten abschlachten, ohne Nato-Bodentruppen fürchten zu müssen. Auch wenn von Zeit zu Zeit mal ein Kampfflugzeug vorbeifliegt und Flyer abwirft(US-Luftwaffe wirft Flyer auf IS).

 

Man muss nicht diskutieren, dass Krieg nicht gerade zu den schönsten Beschäftigungen der Menschheit gehört. Doch manchmal ist er schlicht unvermeidbar. Zumindest dann wenn die Konsequenzen des Passivbleiben noch schlimmer sind. War es unbillig für die Vereinigten Staaten in den Krieg zu ziehen, um die Nationalsozialisten in Europa zu stoppen? Ist es keine gerechte Sache in die Schlacht zu ziehen um das eigene Haus, das eigene Land, die eigene Familie zu schützen?

Ein Krieg zum Schutz der Heimat ist ein gerechter Krieg. Heimat, ist hier nicht gleichbedeutend mit Land und ist im strengen Sinne zu verstehen. Für die europäischen Nationalstaaten gibt es starke Überschneidungen zwischen Heimat und Heimatland, doch dies ist nicht überall auf der Welt der Fall. Am besten umschreibt man es wohl mit Haus, Hof und dem eigenen soziale Kreis.

Es ist eine Vielzahl von Fällen denkbar, in denen der Krieg die bessere Alternative ist. Frieden um einen großen Preis erlebten wir schon in der Vorzeit des zweiten Weltkriegs. Wir erleben es auch in Form von, was US-Präsident Trump schlicht als „bad deals“ bezeichnet. Westliche Politiker, wohl wissend, dass ihnen eine pazifistische Wählerschaft im Nacken sitzt, haben in den letzten Jahren so manchen faulen Pakt geschlossen. Diese aus der Not und militärischen Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit geborene Verträge sind tickende Zeitbomben. Iran und Nordkorea lassen grüßen.

 

 

 

 

Vom Krieg I

Donald Trump hat unter den Verbündeten eine neue Diskussion los getreten. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob höhere Verteidigungsausgaben Sinn machen und notwendig sind. Das westliche Politiker von Forderungen nach einen höheren Wehretat nicht angetan sind, ist nicht weiter überraschend. Schließlich kann man durch Ausgaben in anderen Bereichen mehr Wählerstimmen gewinnen.

Es steht außer Frage, dass gerade europäische Nationen, vielleicht mit der Ausnahme Russlands, ihre Streitkräfte verkommen haben lassen. Und auch die russischen Streitkräfte haben stark unter dem Zusammenbruch der Sowjetunion gelitten. Über die beiden vollen Jahrzehnte seit dem Endes des kalten Krieges hat sich ein gewaltiger Investitionsstau in den europäischen Armeen gebildet.

Lösen aber höhere Wehrausgaben die militärischen Probleme des Westens? Daran besteht großer Zweifel. Die Vereinigten Staaten haben die am besten finanzierte Armee der Welt. Sie verfügen über mehr Flugzeugträger als der Rest der Welt kombiniert. Die US-Luftwaffe kann um die 6.000 aktive moderne Flugzeuge aufbieten. Trotz dieser Zahlen ist es der US-Armee nicht gelungen einen Haufen von (schlecht finanzierten und auch schlecht ausgerüsteten) Aufständischen im Irak und in Afghanistan zu besiegen. Krieger, die mit alten sowjetischen Waffen und improvisierten Sprengsätzen kämpfen.

Wenn also das „teuerste“ Militär der Welt im besten Fall diese Aktivitäten der Aufständischen nur eindämmen kann, können höhere Wehrausgaben nicht alle Probleme des Westens lösen. Es wird mehr erfordern um den Westen wieder auf die militärische Gewinnerstraße zu bringen. Der Wille zum Sieg ist nicht käuflich.